Raiffeisen-Genossenschafter um Millionen geschädigt!

February 22, 2017

Zeitung bringt Zahlen für Debakel-Bude Vescore: 84 Mio. Verluste in 2 Jahren – Kapitäne wurden reich, Genossenschafter arm.

 

Der Tages-Anzeiger publiziert heute, was bisher nur in Umrissen bekannt war. Das wahre Ausmass der Verlustmaschine Vescore für die Raiffeisen.

 

84 Millionen riss die von Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz zusammengeschusterte Assetmanagement-Bude in die Rechnung der Genossenschaftsbank.

 

Der helle Wahnsinn geht aus der „Jahresrechnung“ der Vescore hervor, die der Zeitung vorliegen soll. Zuvor war bereits über hohe Verluste berichtet worden.

 

Im letzten Sommer zog Vincenz-Nachfolger Patrik Gisel die Reissleine. Er verkaufte die Verlustfirma an Vontobel, im Gegenzug kamen die beiden wieder ins Geschäft miteinander.

 

Das Verrückte an der jetzt bekannt werdenden Verlustdimension der Vescore, eine Ansammlung wild zusammengekaufter Assetmanagement-Boutiquen, ist die Asymmetrie.

Hier die fast 100 Millionen Verluste, welche den „dummen“ Genossenschaftern mir nichts dir nichts zugeschanzt werden.


Da die Millionen, welche Architekt Vincenz und sein Kompagnon, ein Zürcher Assetmanager namens Beat Wittmann, einstreichen konnten.

 

Vincenz erhielt Jahr für Jahr 2 Millionen Lohn und Bonus, dazu eine Super-Pensionskasse von einer halben Million.


Macht 2,5 Millionen. Plus Spesen, plus Limousine mit Fahrer, plus Sabbatical.

 

Und dann erst noch die Honorare für VR-Sitze, die Vincenz eigentlich dank seinem CEO-Job bei der Raiffeisen erhalten hatte.


Bei Partnerin Helvetia, bei Leonteq, an der die Raiffeisen einen grossen Anteil besitzt – Vincenz sei Dank.

 

Bei der Aduno, einem Gemeinschaftswerk für Kreditkarten und Zahlstationen, die zu einem Viertel der Raiffeisen gehört.


Bei einem KMU-Fördernetz namens Investnet, wo sich Vincenz nach seiner Rücktritts-Ankündigung beteiligen durfte, obwohl der Plan gewesen war, dass die Raiffeisen 100% übernimmt.


Und und und. Vincenz surfte auf der Welle der Raiffeisen, kaufte, was ihm vor die Nase kam, und erhielt so seine Taschen immer stärker gefüllt.

 

So wie Beat Wittmann. Der Partner aus den Bündner Bergen, dessen Vater ein origineller Wirtschaftsprofessor mit streitbaren Thesen war – und ein Bekannter des Vaters von Vincenz.
Die Familien Wittmann und Vincenz, beide aus den Alpen, beide schlau und clever. Vater Vincenz war Präsident der Raiffeisen. Als er ging, rückte Filius Pierin zum CEO der Raiffeisen nach.


Die Macht blieb in der Familie. Wittmann-Sohnemann Beat machte derweil Karriere im grossen Zürich.

 

Auch er einer, der immer nur eines tat: sich selbst bestens darstellen. Keine Niederlage konnte ihm viel anhaben. Lauter Abgang bei Clariden Leu, Rausschmiss bei Julius Bär.

 

Egal. Beat Wittmann gründete einfach seine eigene Boutique namens Dynapartners, suchte sich einen Sugardaddy namens Vincenz, ging mit dem Checkbuch der Raiffeisen auf Brautschau.


Und zahlte und zahlte für Assetmanager, die kaum viel konnten, da sie sonst nicht unter die Bettdecke von Wittmann gekrochen wären.

 

Schon der Name war eine Anmassung. The Capital Management Group, kurz TCMG. Etwas vom Grössenwahnsinnigeren, was der Finanzplatz, der an Episoden nicht arm ist, in den letzten Jahren erlebt hat.

 

Es kam, wie es kommen musste. Die TCMG wurde zum Fass ohne Boden. Wittmanns Kaufrausch nahm pathologische Züge an.


Irgendwann kriegte selbst der ebenfalls grossmächtige Vincenz kalte Füsse. Er zog im Herbst 2014 die Reissleine.

 

Zum Abschied gabs für Wittmann noch ein letztes grosses Gehalts-Dankeschön. Für die vielen Verluste, quasi.

 

Von The Capital Management Group blieb einzig die Vescore übrig. Und diese machte wie nun geschrieben 80 Millionen Verlust. In zwei Jahren.

 

Vincenz und Wittmann gehen als Gespann in die Geschichte der Raiffeisen ein, das die Genossenschaftsbank gegen hundert Millionen gekostet hat.

 

Bei Vincenz kommen wohl noch ein paar Millionen hinzu.

 

Das Beste an der Story: Vincenz erteilt heute Ratschläge, was die Unternehmer und Wirtschaftskapitäne auf der politischen Bühne besser machen sollen.

 

Und Wittmann? Der tingelt erneut mit einer Boutique um die Welt, auf der Suche nach neuen Geldgebern.

 

Quelle: InsideParadeplatz 22.2.2017 Lukas Hässig

 

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